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Wissen über die 1050-jährige Geschichte Nienburgs soll vermittelt werden

28.03.2019

Förderverein und Stadtverwaltung wollen thematische Stadtführungen zu festen Terminen anbieten

Nienburg (Saale), gelegen im Salzlandkreis und im Herzen von Sachsen-Anhalt, kann auf eine 1050-jährige Geschichte zurückblicken. Wissen über diese Historie weiterzugeben, so Roland Kloß, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kultur und Denkmalpflege sowie Heimatpflege e.V., in einem kürzlich zwischen den Vereinsmitgliedern und Bürgermeisterin Susan Falke stattgefundenen Arbeitsgespräch, sei von immenser Wichtigkeit. Oftmals sind es die jungen Leute, denen die Kenntnisse fehlen. Fest steht, dass Menschen jeden Alters nach Verbundenheit zu ihrer eher ländlich geprägten Heimat suchen, Traditionen leben wollen und sich deshalb mit der Geschichte ihres Ortes auseinandersetzen. Dazu kommen Gäste, die auf einer der 8 touristischen Routen, die sich in Nienburg (Saale) kreuzen, unterwegs sind oder ehemalige Nienburger, die sich nach dreißig oder mehr Jahren zum Klassentreffen zusammenfinden und Neues sehen und Altes neu erfahren wollen. Für all diejenigen, so Kloß, gibt es bereits Stadtrundgänge, die nach Bedarf von den ehrenamtlich arbeitenden Stadtführern durchgeführt werden. Ziel sei es nun, thematische Führungen zu feststehenden Terminen, die im Veranstaltungskalender des Amts- und Informationsblattes der Stadt Nienburg (Saale) und auf der Homepage veröffentlicht werden, anzubieten.

Die Idee, Stadtführungen durchzuführen, sei nicht neu, so Vereinsmitglied Georg Kemper. Dabei verweist er auf den nicht nur Nienburgern bekannten Historiker und Heimatchronisten Dr. Erich Vogel, auf dessen Initiative bereits in den 90iger Jahren Stadtrundgänge angeboten wurden. In Vorbereitung der im Jahre 2011 stattgefundenen 1050-Jahr-Feier wurde der Gedanke wieder aufgegriffen. Von da an liefen alle Fäden beim Verein zur Förderung der Kultur und Denkmalpflege sowie Heimatpflege e.V. zusammen, der mit dem Ziel der Vorbereitung der Jubiläumswoche zur 1050-Jahr-Feier gegründet wurde. Damals, so Kemper, gründete sich auch eine Arbeitsgruppe „Historische Meile“. Etwas Nachhaltiges mit Bestand über das Jubiläum hinaus zu schaffen, hatte man sich auf die Fahnen geschrieben und so nahm das Projekt der Informationsstelen Gestalt an.

Nicht ohne Stolz in der Stimme berichtet Kemper von der Erarbeitung der Inhalte für die Stelen durch den Förderverein und der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Nienburg (Saale). Dankbar sei der Verein für deren Unterstützung. Die Stelen markieren prägnante Stellen entlang einer Route, die den Namen „Historischer Stadtrundgang“ trägt und informieren in Wort und Bild über wichtige historische Gebäude und zu Ereignissen in der über 1000-jährigen Geschichte Nienburgs.

Kemper bedauert, dass Stadtführungen heute oftmals nur den historischen Stadtkern, sprich den Bereich Marktplatz und Kirche, berücksichtigen. Dabei könne man Rundgänge durch die gesamte Stadt anbieten, die dann schon mal 2 bis 3 Stunden in Anspruch nehmen. Und auch die Ortsteile der Einheitsgemeinde haben viel Interessantes zu bieten und sollen künftig einbezogen werden. So z. B. die Ortschaft Latdorf, deren Löwendenkmal sogar zur Salzländer-Kulturstempel-Route gehört. Die Heimatstube im Ort, so Ortschronist Michael Stange, sei recht gut frequentiert. Es gäbe immer wieder einige Interessierte, die die feste Öffnungszeit jeweils am letzten Sonntag im Monat nutzen, um dem von ihm errichteten und betreuten kleinen Museum einen Besuch abzustatten.

Viele Ideen gilt es umzusetzen. So hat sich der Verein angeboten, die Rubrik Tourismus der Internetpräsenz der Stadt zu überarbeiten. Zudem könne man sich vorstellen, in regelmäßigen Abständen - wenn denn Platz sei - im Nienburger Saalekurier über geschichtliche Ereignisse und Sehenswürdigkeiten zu berichten.

Jetzt gilt es jedoch erst einmal im Bereich der Stadtführungen zu geordneten Strukturen zu finden, so wie Hans Löffler es ausdrückte. Neues soll hinzukommen, bei Bewährtem, wie z. B. der vom Verein angebotenen Frühjahrs- bzw. Herbstwanderung, will man bleiben. Nach Ostern, so Monika Gäbe, verantwortlich bei der Stadt Nienburg (Saale) für Kultur und Tourismus, soll es feste Termine für die Stadtführungen geben.

 

Foto: Förderverein und Stadt trafen sich zu einem Arbeitsgespräch