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Ruhestörungen in den Abendstunden und Sachbeschädigungen in der Nienburger Innenstadt nehmen zu

14.07.2020

„Das Schicksal des Staates hängt

vom Zustand der Familie ab.“

Alexandre Rodolphe Vinet

(*1767; † 1847)

Schweizer Professor für französische Sprache,

Literatur und praktische Theologie

 

Stadtverwaltung bittet Eltern, sich ihrer erzieherischen Verantwortung zu stellen

Seit geraumer Zeit klagen Nienburger Bürgerinnen und Bürger wieder vermehrt über auftretende Ruhestörungen am Wochenende und in den späteren Abendstunden. Meist zeichnet sich folgendes Bild ab: Größere Gruppen Jugendlicher und junger Erwachsener finden zusammen, ziehen lärmend durch die Stadtmitte und hinterlassen Müll und nicht selten auch Sachschäden. Ab- und Anstandsregeln werden außer Kraft gesetzt.

 

Das Nienburger Ordnungsamt kennt die Brennpunkte in der Nienburger Innenstadt. Treffpunkte sind das Kriegerdenkmal, der Spielplatz am Goetheplatz, der Marktplatz und auch der erst kürzlich fertiggestellte Parkplatz in der Johannistraße. Regelmäßig wird der Stadtkern – in wachsendem Maße auch zu dienstunüblichen Zeiten – bestreift. Auch gemeinsame Einsätze mit der Polizei hat es bereits gegeben. Dann werden die Personalien der vor Ort Angetroffenen aufgenommen. So wurden im Zuge der Ermittlungen zu den Sachbeschädigungen am Parkplatz in der Johannistraße drei Hauptverdächtige festgestellt, gegen die nun Anklage vor dem Jugendgericht erhoben wird.

 

Kriminelles Verhalten von Jugendlichen ist oft episodenhaft, verliert sich in vielen Fällen wieder. Gruppenzwang und Geltungsbedürfnis spielen eine Rolle, wenn Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Gesetz in den Konflikt geraten. Wenn Überschreitungen von Grenzen bekannt werden, muss darauf reagiert werden. Strafrechtliche Sanktionen sollen in aller erster Linie erzieherisch wirken und Wiederholungen entgegenwirken. Junge Menschen müssen lernen, Verantwortung für ihr Verhalten zu übernehmen.

 

Eltern von Betroffenen sollten zunächst Ruhe bewahren und sich mit den Konsequenzen vertraut machen. Zu jeder Zeit sollten sie sich bemühen, mit ihrem Kind im Gespräch zu bleiben, zu erfahren, wo und mit wem es seine Freizeit verbringt und mit welchem Motiv es im Einzelfall gehandelt hat. Kinder fühlen sich ernst genommen und verstanden, wenn man ihnen zutraut, eigene Lösungen zu finden. Auch „große“ Kinder benötigen Zeit, Anerkennung, Zuwendung und Trost! Aber genauso benötigen sie klare, deutliche Grenzen und Eltern, die konsequent auf die Verletzung von Regeln reagieren.

 

Bitte helfen Sie, sehr geehrte Eltern, mit, Ruhestörungen und Sachbeschädigungen in unserer Stadt einzudämmen. Sprechen Sie mit Ihren Kindern, wenn Sie den Eindruck haben, dass sie beteiligt sein könnten. Sagen und zeigen Sie Ihnen, dass auch Sie einmal jung waren und Verständnis haben, aber auch, dass die Grenze zwischen jugendlichem Streich und Straftat schnell überschritten sein kann. Und dass man sich und andere bei ausgelassenen Klettereien an der falschen Stelle, so z. B. auf der Mauer am Spielplatz am Goetheplatz, auch in ernsthafte Gefahr bringen kann.

 

Bei Fragen steht Ihnen unser Ordnungsamt gern zur Verfügung.

 

Ihre Stadtverwaltung Nienburg (Saale)